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18.Januar 2007 | Thema: Akupunktur & Kräuter | Vorheriger Akupunktur & Kräuter-Beitrag: « Neuronen und Akupunktur | Nächster Akupunktur & Kräuter-Beitrag: Neuronen und Akupunktur - Teil 3 »
Akupunktur ist objektiv im Gehirn messbar. Chinesische Forscher
stellten erneut unter Beweis, dass auch die Wirksamkeit traditioneller
Heiltechniken mit objektiven Messverfahren nachgewiesen werden kann.
Heute verfügt die Forschung über Methoden, die Körpervorgänge nahezu in
Echtzeit sichtbar machen: Ganz vorn steht die funktionelle
Magnetresonanz- oder Kernspintomografie (fMRT).
Test an zwei der meistgenutzten Punkte
Es wurden zwei der am häufigsten verwendeten sogenannten
Meridianpunkte: Di 4 an der Hand und Le 3 am Fuß gereizt. Beide dienen
traditionell u.a. zur Behandlung von Augenleiden, Schmerzen und
Ängsten.
Außerdem reizten sie zwei Nicht-Akupunkturpunkte (Sham-Punkte) jeweils 10 mm vom benachbarten Echtpunkt entfernt. Damit ist erreicht, dass Echt- und Sham-Punkt von Hautnerven aus demselben Rückenmarksegment versorgt werden.
37 gesunde Freiwillige, im Schnitt knapp 27 Jahren alt, nahmen an der
Vergleichsstudie teil. Die Testpersonen waren verblindet, wussten also
nicht, ob sie tatsächlich oder nur scheinbehandelt wurden.
Mit dem fMRT registrierten die Forscher die aktuellen Hirnaktivitäten
anhand des sich ändernden Sauerstoffgehaltes im dort fließenden Blut.
Sie begannen mit diesen sogenannten Scans vor der Therapie und führten sie bis weit über das Ende hinaus fort. Mit diesem Verfahren können auch in sehr kleinen Gewebeabschnitten noch Aktivitätsänderungen sicher nachgewiesen werden.
Nur einer der Wissenschaftler führte bei allen Testpersonen die eigentliche Behandlung durch.
Die Stimulation der Akupunkturpunkte sorgte - im Vergleich zu den
korrespondierenden Sham-Punkten - für deutliche Aktivitätsänderungen in
beiden Richtungen und in jeweils spezifischen Hirnregionen. Darüber
hinaus überwog bei Stimulation an Di 4 die Anzahl deaktivierter, an Le
3 die aktivierter Zonen.
Dieses Ergebnis erhärtet auch die TCM-Theorie, der zufolge viele
verschiedene Punkte zur Therapie vieler Störungen verwendet werden
können.
Einige Hirnareale zeigten sich sowohl durch die echte als auch die
vorgetäuschte Nadelung gleichermaßen aktiviert oder deaktiviert. Jedes
dieser Kortexareale enthält wichtige Schnittstellen für die
Somatosensotorik - und damit für Schmerzen - oder für emotionale
Empfindungen.
Die Wissenschaftler sehen in den identischen Aktivitäten bei
tatsächlicher und vorgetäuschter Akupunktur eine Möglichkeit, künftig
die Einflüsse von Störgrößen wie Schmerzen, Ängsten und Depressionen zu
quantifizieren.
Ähnelt eine Reaktion von Nicht-Akupunkturpunkten nicht einem Placebo-Effekt?
Die Wirkung von Akupunktur hat nichts, aber auch gar nichts mit Suggestion oder einem „Placebo-Effekt“ zu tun.
Kommt eine Studie zu solch einem Ergebnis, d.h. zeigt ein
Nicht-Akupunktur-Punkt keinen signifikanten Unterschied zu einer
korrekt durchgeführte Akupunkturbehandlung, dann wäre das nur Grund zu
weiteren Studien, da der gesamte menschliche Organismus in seiner
Gesamtheit und Komplexität noch längst nicht erforscht ist.
Die Akupunktur darf aber deswegen nicht in Frage gestellt werden.
Wie funktioniert die Aurikulomedizin oder auch Ohrakupunktur genannt?
Die Ohrakupunktur passiert auf demselben Prinzip.
Was unterscheidet die Ganz-Körper-Akupunktur von der Aurikuloakupunktur?
Die Ohrakupunktur dient gezielter der Schmerztherapie.
Neuropathische Schmerzen z. B. lassen sich mit Ohrakupunktur deutlich
mindern. Die Schmerzintensität kann um ein Drittel gesenkt werden, so
das Fazit einer französischen Studie.
Der Erfolg der Akupunktur gerade in der Schmerztherapie ist also nachgewiesen?
Ja, mehrmals und doch bleiben viele Fragen.