17.Januar 2007 | Thema: Akupunktur & Kräuter | Vorheriger Akupunktur & Kräuter-Beitrag: « Ist Selbstmedikation einfach? Teil 2 | Nächster Akupunktur & Kräuter-Beitrag: Neuronen und Akupunktur - Teil 2 »
Scheinbar handelt es sich um zwei verschiedene Themen. Zählt doch Akupunktur
zu den alternativen Naturheilverfahren und war lange Zeit umstritten.
Das Wissen um Neuronen bezieht sich auf Vorgänge im Gehirn oder
Rückenmark und wenig interessant für die Mehrheit der Bevölkerung.
Welche Funktionen haben Neuronen?
Nervenzellen reagieren auf Reize und geben Impulse. Sie sind zuständig für die Kommunikation im menschlichen Organismus.
Neuronen senden oder erhalten Botschaften von anderen Neuronen, mit denen sie über Axone verbunden sind.
Wenn ein Neuron verschiedene eingehende Signale über die Dendriten
empfängt, gerät es in einen Erregungszustand und wird sich entscheiden
(oder auch nicht), selbst einen elektrischen Impuls (Information)
abzugeben, die es über sein Axon an andere Neuronen weiterleitet.
Manche Neuronen senden beständig Impulse aus, andere Neuronen
reagieren erst, wenn sie mehr als 100 gleichzeitig eingehende Impulse
erhalten.
Dieses System hat also alle Raffinessen, die man sich nur vorstellen
kann. Das menschliche Gehirn enthält über 100 Milliarden Neuronen, die
über 100 Billionen Verknüpfungen eingehen.
In Neuronen werden kleine Informationsdetails gespeichert.
Einst glaubte man, daß jedes Neuron eine ganze Erfahrung komplett
gespeichert hätte. Inzwischen sieht man ein Neuron als Teil von
"integrierten Schaltkreisen", die gemeinsam eine Struktur bilden.
Wie wirkt die Akupunktur?
Die Ursprünge der Akupunktur liegen im alten China, wo bereits einige
Jahrtausende vor der christlichen Zeitrechnung mit spitzen Gegenständen
aus Knochen, Bambus, Stein und Metall eine Therapiemethode entwickelt
wurde, der die Beobachtung zugrunde lag, daß mittels Reizung
spezifischer Hautstellen mit diesen Werkzeugen eine therapeutische
Wirkung erzielt werden konnte.
Diese Beobachtungen von spezifisch reagiblen und reaktiven Stellen an
der Körperoberfläche, wurden zu einem geschlossenen therapeutischen
System verdichtet, daß alles von der Krankheitsentstehung über die
Diagnostik bis hin zur Therapie beinhaltet.
Was passiert genau?
Die Bildung von Endorphinen (körpereigenen morphinartigen Substanzen)
und Neurotransmittern (Nervenüberträgersubstanzen). Diese Substanzen
sind sowohl für die schmerzstillende Wirkung, als auch für die
psychisch entspannende und ausgleichende Wirkung verantwortlich.
Nervale Schmerzkontrolle: Durch die Stimulation von Akupunkturpunkten
werden Schmerzkontrollmechanismen aktiviert ( Gate-Control-Theorie).
Reflexwirkung : Ebenso wie krankhafte Veränderungen an inneren Organen
zu Erscheinungen an der Körperoberfläche führen (schmerzhafte
Verspannungen der Muskulatur, Durchblutungsveränderungen), kann dieser
Weg therapeutisch auch umgekehrt beschritten werden durch die Reizung
der Haut-und Muskelareale, die die demselben Segment zugehörigen Organe
beeinflussen (Head´sche Zone)
Die regulatorische bioelektrische Wirkung der Akupunktur: Jede Zelle des Körpers steht mit jeder anderen durch die Zwischenzellsubstanz in Verbindung.
Deren molekulare Strukturen übernehmen eine Schlüsselrolle in der
Informationsübertragung und im Abwehrgeschehen. Das bedeutet, dass ein
Nadelstich an spezifischer Stelle eine Wirkung auf entfernt liegende
Areale ausübt. ( System der Grundregulation nach Prof. Pischinger)
Die Langzeitwirkung der Akupunktur lässt sich durch spezielle
synaptische Mechanismen von spinalen Neuronen und die modulierende
Beteiligung des limbischen Systems erklären.
Wie ist die neuronale Reaktion im Gehirn?
Die Nadelung erhöht signifikant die Hirnaktivität in verschiedenen
Hirnarealen wie z. B. dem dorsolateralen Präfrontalkortex, im rostralen
Teil des vorderen Cingulum und im Mittelhirn - mithin in Gebieten, die
wichtige Zentren für die Schmerzmodulation enthalten.
Bereits in den 70ern bestätigten viele Studien Vermutungen, denen zufolge die Akupunkturwirkung an eine Freisetzung von Substanzen aus Nervenzellen und an eine Aktivierung der Blutzirkulation gebunden ist.