Aberglaube im Advent

Im Dezember gibt es so manche Sitten und  Gebräuche, die weniger an das kommende christliche Fest erinnern, als an einstige heidnische Bräuche.

amazon.de

Vor allem das Wahrsagen, auch Losen genannt, für das kommende Jahr war weit verbreitet. Schliesslich näherte man sich dem Ende des Jahres und man wollte gern einen Blick in das kommende Jahr werfen.


Der Andreastag am 30. November und sein Vorabend leiteten das Brauchtum der Adventszeit ein.

Wenn dieser Tag auch zum Gedenken an den Heiligen Andreas geschaffen wurde, war er in Wirklichkeit einer wichtigsten Tage zum Wahrsagen.

Vor allem in den  ländlichen Gebieten der Schweiz kennt man ihn bis heute noch als „Lostag“. „Losen“ bedeutet „wahrsagen“ bzw. „Zukunft deuten“. 

Zukünftiger und Heiratstermin

Wichtigstes Thema vieler, lediger Frauen war damals, wer ihr Ehemann sein sollte und wann sie heiraten würden.

Dafür war der Beginn der Adventszeit, die Andreasnacht, ein wichtiges Datum. Um den Zukünftigen im Traum sehen zu können, wurde ein angebissener Apfel unter das Kopfkissen gelegt. Dann musste man mit dem linken Fuss zuerst rückwärts ins Bett steigen.

Auch einen Spruch gab es dazu, der wie folgt lautete: „Heiliger Andreas, ich bitt’ dich, Bettstatt, ich tritt’ dich, lass mir erscheinen den Herzallerliebsten mein!“

Schneller ging es, wenn man am Andreastag am Hühnerstall horchte. Gackerte zuerst ein Huhn, wurde man nicht geehelicht, krähte der Hahn würde man im kommenden Jahr heiraten.

Ein blind gezogener Holzscheid verriet, ob der zukünftige Ehemann stark behaart ist. Hatte der Scheit viel Rinde, war es so.

Um zu erfahren, wie lange, man noch im Elternhaus bleiben würde, konnte man einen Pantoffel werfen. Zeigte die Schuhspitze zur Türe, würde man schon bald heiraten.