Burnout und Neuronen Teil 3

Was ist das Burnout-Syndrom? Jeder von uns kennt das: Müdigkeit, ausgelaugt sein, lustlos, frustriert, hoher Blutdruck, Schulter- und Rückenschmerzen, Herzklopfen oder niedriger Blutdruck und wir kommen schwer in die Gänge. Mit 130 dieser und ähnlicher Symptome  wird es beschrieben. Aber wann hat man das Burnout-Syndrom? Wer bei einem Burnout-Test viele Punkte erzielt, tut dies auch bei einem Depressions-Fragebogen. Es legt eine Verwandtschaft nahe, oder handelt es sich nicht um ein und dieselbe Krankheit?

Kann man das Gefühl „ausgebrannt sein“ sicher diagnostizieren oder jemanden erklären, er leide nicht am Burnout-Syndrom, obwohl er total erschöpft und ausgelaugt ist?

Warum interessieren sich so viele für das Syndrom?

Es ist in aller Munde. Würden wir uns als erschöpft oder frustriert bezeichnen, würden wir in die Kiste „… sind wir doch alle mal …“ fallen.

Haben wir aber das Burnout-Syndrom, dann zeigen alle Verständnis, denn es scheint auch ein Synonym zu sein, für diejenigen, die überarbeitet sind, die ihr Engagement für die Arbeit, die Freizeit oder die Familie krank gemacht hat.

Burnout-Syndrom das „Schlusszeichen“ unserer Zeit?

Die Anfangszeichen betreffen uns alle. Wir sind überbelastet. Im Beruf müssen wir Schritt halten, die Familie fordert uns und wir selbst fordern uns auch.

Wollen wir nicht auch ein Spiegelbild dieser immer jünger scheinenden, modernen, mobilen Welt sein? Und irgendwann kommen wir an unsere Grenzen?

Was bleibt dabei auf der Strecke?

Die Ursachen des Burnout liegen in der Mehrheit der Fälle im zwischenmenschlichen Bereich.

Aber die Auswirkungen zeigen sich  in hohem Masse in körperlichen Beschwerden.

Laut einer AOK-Studie klagen 30-35 Prozent der Erwerbstätigen über starke, objektiv beschreibbare psychische Belastungen.

Über 70 Prozent der Erwerbstätigen klagten über Verspannungen, Rückenschmerzen oder Abgeschlagenheit.

Sie nannten als Belastungsfaktoren unter anderem ein schlechtes Betriebsklima, ungerechte Behandlung durch den Vorgesetzten, Eintönigkeit, Hektik und eine dadurch verursachte innere Abneigung gegen die Arbeit.

Wann haben Sie sich das letzte mal  „so richtig“ fallen lassen können?

Haben Sie so einen Ort, wo Sie nicht die verantwortungsvolle Sekretärin sind, der Betriebsleiter, der alles im Griff hat, oder die engagierte Lehrerin sind?

Einen Ort, wo Sie aus dieser Rolle schlüpfen können abschalten können, aufgefangen werden?

Was kann Burnout-Betroffenen helfen?

Wird das Syndrom aus dieser Sichtweise gesehen bleibt nur die Empfehlung zur ärztlichen Hilfe eine spezifische psychotherapeutische Behandlung zu beginnen.

Bei denen die Betroffenen lernen können, ihre zwischenmenschlichen Beziehungen so zu gestalten, dass ihre seelische und körperliche Gesundheit am Arbeitsplatz z. B. keinen Schaden nimmt.

Beziehungen können heilen?

Zwischenmenschliche Beziehungen wirken massiv in uns hinein und nicht nur die „Seele“, sondern auch Gene, neurobiologische und körperliche Strukturen des Organismus beeinflussen, ist es nicht überraschend, dass die Heilung für Körper und Seele ebenfalls in der zwischenmenschlichen Beziehung stattfindet.

Und wenn die Erfahrungen in der zwischenmenschlichen Beziehung einen prägenden Einfluss auf seelische und neurobiologische Strukturen haben, dann müsste Psychotherapie bei Personen mit seelischen Gesundheitsstörungen nicht nur zu einer Beseitigung der seelischen Probleme, sondern auch zu neurobiologischen Veränderungen führen.

Dazu liegen in neuerer Zeit faszinierende wissenschaftliche Daten vor.

Die Auswirkungen von Psychotherapie konnten mit Hilfe bildgebender Verfahren neurobiologisch sichtbar gemacht werden.

Man konnte zeigen, dass Psychotherapie dazu führen kann, dass sich neurobiologische Veränderungen, die sich begleitend zu einer seelischen Gesundheitsstörung entwickelt haben, wieder zurückbilden.

Was ist das Wesentliche?

Zum Schluss kommen wir auf das Wesentliche in unserem Leben zurück: die Gestaltung guter zwischenmenschlicher Beziehungen in Ehe, Partnerschaft und Familie, am Arbeitsplatz, in Freundschaften, in Gemeinschaft und Gesellschaft.

Burnout und Neuronen Teil 2

Burnout und Neuronen Teil 1

Gastautor: Johann Wittmann