Die Wiedergeburt der Kastanien

Lange vor der Kartoffel waren Kastanien unser Grundnahrungsmittel. Bei Kastanienbäumen unterscheiden wir zwischen den Rosskastanien und den essbaren Kastanien.

Während die Rosskastanien zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) gehören und eigentlich keine Kastanien im botanischen Sinne sind, sind die Edelkastanien, der Familie der Buchengewächse (Fagaceae) zuzuordnen.

In Europa kennen wir eine der zwölf Kastanienarten, die Edelkastanie (Castanea sativa), die wie alle Edelkastanien essbare Früchte und wertvolles Holz hat. Kastanienholz ist dauerhaft und elastisch.

Es lässt sich leicht verarbeiten, ist gut zu spalten und ein gutes Brennholz.

Kastanien gehören zu unseren ältesten Kulturpflanzen. Vor ca. 2000 Jahren wurde sie in unseren Breitengraden heimisch.

Edelkastanien gibt es in Südeuropa bis hin zum Alpenrand, Nordafrika und Kleinasien, wo man auch ihren Ursprung vermutet, bevor die Römer sie in ihrem Reich verbreiteten.

Was für ein Glück!Denn der Kastanienbaum lieferte für ca. sechs Monate Nahrung. In manchen Regionen Europas wurde er deshalb auch Brotbaum genannt, da die Kastanien der armen Bevölkerung das tägliche Brot sicherten.

Doch das Brot der Armen war keineswegs ein minderwertiges Nahrungsmittel. Kastanien sind sehr stärkehaltig, enthalten Eisen, Phosphor Kalium, Vitamin C und Betacarotin.

Die Kastanien wurden meist  zermahlen und dann tatsächlich auch zu Brot verarbeitet.

Von den Kastanien zur Marroni

Mit der Einführung und Kultivierung der Kartoffel verlor die Kastanie zunehmend an Bedeutung bis zu ihrer Wiedergeburt als Marroni, ein anderer Name für die essbare Kastanie.

In den letzten Jahren erlebte die Kastanie ein Comeback auf höchster Ebene wie z. B. als Maronenpüree zu Wildgemüse, Kuchen und Plätzchen aus Kastanien hergestellt.

Durch Rösten oder Kochen entfalten Kastanien ihr süsses Aroma. Sie sind es wert, probiert zu werden.

Während es im Herbst wieder frische Kastanien gibt, darf man sich in der Zwischenzeit mit aromatisierten Kastanien-Pasta oder getrockneten Kastanien trösten.