Hinterlassen Meditationen Spuren in unserem Gehirn?

Bei welchen Erkrankungen kann Meditation helfen? US-amerikanische
Wissenschaftler berichten im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ von den Effekten regelmässiger Meditationen. Lt. den Forschern sollen Gehirnbereiche von Meditierenden, die oft und regelmässig meditieren, stärker miteinander verknüpft sein. Dadurch können sie sich im Alltag besser auf aktuelle Situationen oder Aufgaben konzentrieren und sind allgemein achtsamer.

Warum wird meditiert?

Seit Tausenden von Jahren wird meditiert. Meditieren erleichtert dem Menschen im “Hier und Jetzt zu leben und wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.

Es hilft bei Schmerzen, Depressionen und Angststörungen, unterstützt den Entzug, ob bei Rauchern wie auch anderen Süchtigen. Meditieren kann Krankheiten vorbeugen wie beispielsweise Gürtelrose.

Bisher ist jedoch nur in Teilen geklärt, welche Veränderungen im Gehirn hinter diesen Effekten stehen.

Können Meditierende sich besser konzentrieren?

Bisher hat man festgestellt, dass die Meditation vor allem ein zentrales Netzwerk von Gehirnzellen beeinflusst, das sogenannte Default Mode Netzwerk.

Bei häufig Meditierenden ist dort die Aktivität wie auch die Verknüpfung in diesem Netzwerk anders als bei Nicht-Meditierenden oder Meditations-Neulingen.

Nach Ansicht der Wissenschaftler zeigen die Ergebnisse der Studie, warum sich Meditierende im Alltag besser auf Situationen und Aufgaben konzentrieren können und achtsamer sind.

Das Default Mode Netzwerk von Meditierenden ist dauerhaft stärker mit den Gehirnregionen für die bewusste Kontrolle, das Arbeitsgedächtnis und das Konfliktmanagement verknüpft.

Offenbar haben die Meditations-Erfahrenen einen neuen Normalzustand entwickelt, in dem es mehr gegenwartsbezogene und weniger selbstbezogene, abschweifende Gedanken gibt.

Kann Meditation nachgewiesen werden?

Die Forscher hatten für ihre Studien die Gehirnaktivität von zwölf Personen, die seit mehr als zehn Jahren regelmässig meditieren, mit der von zwölf Anfängern verglichen.

Dabei wurden drei verschiedene Meditationstechniken angewendet und mittels funktioneller Magnetresonanz-Tomografie untersucht.

Zum Vergleich wurde die funktionelle Magnetresonanz-Tomografie ohne Meditation angewendet.

Zwei Zentren des Default Mode Netzwerks waren in allen Durchgängen bei den Meditierenden weniger aktiv als bei Neulingen.

Dabei handelt es sich um den mittlere präfrontalen Cortex im Stirnhirn und den posteriore cinguläre Cortex im hinteren Teil der Großhirnrinde, die u. a. für die Verarbeitung von Emotionen und die Steuerung der Aufmerksamkeit zuständig sind.

Macht die übermässige Beschäftigung mit der eigenen Innenwelt krank?

Eine übermässige Aktivität im mittleren präfrontale Cortex im Stirnhirn und im posteriore cinguläre Cortex im hinteren Teil der Großhirnrinde gilt als Risikofaktor für Schizophrenie, ADHS,  Aufmerksamkeitsstörungen und Angsterkrankungen.

Eine krankhafte Beschäftigung mit der eigenen Gedanken- und Gefühlswelt gilt als Kennzeichen vieler Formen psychischer Störungen

Ist Meditation ein Heilmittel gegen ADHS?

Wie die Studie zeigt, beeinflusst Meditieren diese Störungen positiv.

Die Forscher sind begeistert, besteht doch die Möglichkeit durch Meditation Krankheiten wie ADHS beispielswese kostengünstig zu lindern.