Horrormeldung aus dem Labor – Zeit für Notvorrat?

Kann sich ein Vogelgippevirus so schnell wie ein Schnupfen verbreiten? Im Grunde war es nur eine Frage der Zeit, bis Wissenschaftler einen hochansteckenden Virus im Labor schaffen konnten. Nun hat ein Team um den niederländischen Virologen Ron Fouchier im Labor einen Grippeerreger geschaffen, vor dem Seuchenexperten immer gewarnt hatten.

Dabei handelt es sich um das Vogelgrippevirus vom Typ H5N1, das für Menschen hochgefährlich ist.

Es kann sich, im Gegensatz zu seiner natürlichen Variante, wie ein banaler Schnupfen verbreiten, nur das die Folgen weit dramatischer sind.

Ist es gefährlich die Daten des Grippevirus zu veröffentlichen?

Aktuell dreht sich nun alles um die Frage, ob die Daten des Vogelgrippevirus veröffentlicht werden dürfen, da sie als Bauanleitung für eine tödliche Biowaffe missbraucht werden könnten?

Das amerikanische NSABB (National Science Advisory Board for Biosecurity) hat Wissenschaftsmagazine aufgefordert, bestimmte Details der Fouchier Experimente nicht zu veröffentlichen.

Es zeigt die Angst der Amerikaner vor einem biologischen Terrorangriff.

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Wurden Daten des Vogelgrippevirus bereits veröffentlicht?

Im September hatte das Wissenschaftlerteam aus Rotterdam seine Ergebnisse bereits auf einem internationalen Influenza-Kongress in Malta vorgestellt.

Nachdem nur fünf Mutationen notwendig sind, um das Vogelgrippevirus H5N1 in einen Erreger zu verwandeln, der per Tröpfcheninfektion übertragbar wäre, hatte der Virologe vom Erasmus Medical Center in Rotterdam auf das Gefahrenpotential seiner Entdeckung hingewiesen.

Klagen Forscher das Recht auf Daten ein?

Wissenschaftmagazine haben grosse Bedenken, die Daten, zumindest gegenüber der Fachwelt zu unterschlagen.

Influenza-Wissenschaftler und Virologen hätten ein Recht auf die Daten. Es ist klar, dass die Wissenschaftsgemeinde eine grosse Verantwortung übernimmt.

Bei dem Vorfall handelt es sich um einen Präzedenzfall.

Wie nun zu verfahren ist muss gut überlegt werden, um die Öffentlichkeit vor Gefahren aber auch das Fachinteresse der wissenschaftlichen Gemeinde zu schützen.

Darf mit den Viren experimentiert werden?

Neben dem Fachinteresse ist es unter Wissenschaftlern auch üblich, dass Forscher ihre Proben nach der Veröffentlichung anderen zur Verfügung stellen, damit weitergeforscht werden kann.

Eine weitere Frage die folgt ist, ob die Virus-Mutanten an andere Labors abgetreten werden dürfen?

Und wenn ja, welche Sicherheitsstandards müssen erfüllt sein?

Was spricht für Fouchiers Forschungen?

Während einerseits gefährliche Forschungen wie mit dem Vogelvirus abgelehnt werden, gibt es auch Befürworter.

Die Befürworter gehen davon aus, dass früher oder später ein solches Virus in der Natur ohnehin entstanden wäre.

Das Labor-Virus ist antiviralen Mitteln und bestimten Impfstoffkandidaten  gegenüber empfindlich. Dieses Wissen ist für die Suche nach geeigneten Impfstoffen essentiell.

Wie eine gezielte Veröffentlichung der Details an berechtigte Personen aussehen wird, ist derzeit noch ungeklärt. Wissenschaftsmagazine und andere Gremien haben noch keine Entscheidung gefällt.

Ist es Zeit für einen Notvorrat? Es scheint, dass sich die Katastrophenmeldungen in immer kürzerer Folge zeigen.