Ist Selbstmedikation einfach? Teil 2

Welche Möglichkeiten der Selbstmedikation gibt es? Voraussetzung für jede Selbstmedikation ist, dass man die vorliegende Störung erkennt und mit ihr umgehen kann.

Umgekehrt bedeutet dies: alle Störungen, von denen man nicht weiß woher sie kommen oder bei denen man unsicher ist, müssen vom Arzt untersucht werden.

Das Beobachten des Körpers und der Beschwerden ist eine unerlässliche Voraussetzung der Selbstmedikation.

Hilft das eingenommene Präparat?

Gehen die Symptome zurück oder kommen vielleicht andere Beschwerden dazu?

Hinweise bei der Verwendung von Arzneitees:
Arzneitees helfen bei leichteren Erkrankungen. Bei länger andauernden Beschwerden, bei Schmerzen und bei unsicherer Diagnose sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Nur solche Arzneipflanzen selber sammeln, die man sicher erkennt (geschützte Pflanzen sind tabu). Eine große Auswahl an getrockneten Heilpflanzen kann man in der Apotheke als Loseware erhalten.

Arzneitees sollten an einem kühlen, luftigen, dunklen Ort aufbewahrt werden. Da ihre Wirksamkeit bei längerer Lagerung nachlässt, sollten offene Arzneitees (Loseware) nicht länger als ein Jahr aufbewahrt
werden.

Fertigprodukte sind durch Verpackung in Aromaschutzbeuteln je nach Sorte 18 bis 36 Monate haltbar.

Auch Arzneitees können Inhaltsstoffe enthalten, die auf Dauer unverträglich sind oder bei permanenter Einnahme ihre Wirksamkeit verlieren. Deshalb sollten Tees nicht länger als drei Wochen
eingenommen werden.

Wo sind die Grenzen der Selbstmedikation?

Allgemein gilt:
Überprüfen Sie Ihre eigene Diagnose immer mit einem Arzt oder Heilpraktiker.

Dauern die Beschwerden länger als drei bis vier Tage unvermindert an, muss ebenfalls der Arzt aufgesucht werden.

Keine Restbestände aus der Hausapotheke einnehmen. Antibiotika ist
nicht gleich Antibiotika. Es wird auf die entsprechende Infektion hin
verschrieben und kann nicht an die Schwester z. B. weitergegeben werden.

Augentropfen sind nur sechs Wochen haltbar und dürfen danach nicht mehr angewendet werden.
Kinder benötigen andere Medikamente als Erwachsene – vor allem Kleinkinder und Säuglinge haben einen anderen Stoffwechsel.

Schmerzmittel im Langzeitgebrauch erhöhen das Risiko für medikamentenbedingte Kopfschmerzen.

In bestimmten (Not-)Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dies ist beispielsweise notwendig bei – Herzkrankheiten

– Herz-Kreislauf-Beschwerden
– Bluthochdruck
– Zuckerkrankheit
– Leber- und Nierenfunktionsstörungen
– Ungewohnten Schmerzen, Fieber oder Blutungen
– Bei Kindern, Schwangeren, stillenden Müttern und Menschen über 60

Den Rettungsdienst (Tel: 112) sollten Sie rufen bei:

– Krämpfen
– Atemnot
– Plötzlich auftretenden Sehstörungen
– Plötzlichen Lähmungserscheinungen
– Bewusstlosigkeit
– Starken Herz-Kreislauf-Beschwerden
– Starke, offene Verletzungen
– Großem Blutverlust
– Plötzlich auftretenden starken Schmerzen