Kann die Akupunktur zwischen 2 Kulturen bestehen?

Ja, die Akupunktur hat schon lange Einzug in die westlichen
Behandlungsräume gehalten. In den Medien wird sie immer weniger als
exotische Wunderwaffe dargestellt und immer mehr als das, was sie ist:
als Teil einer Volksmedizin und anerkannt für verschiedene
Behandlungen.



Wie lange gibt es die Akupunktur schon?

In China wird sie seit mehr als 2000 Jahren praktiziert, mehr oder
weniger stark frequentiert aufgrund der politischen Verhältnisse aber
doch für die einfache Bevölkerung das Mittel der Wahl.

Der Therapeut
braucht keine teuren Apparate anzuschaffen oder komplizierte Geräte zu
bedienen.

Wie wird die Akupunktur praktiziert?

Sie ist ein wesentliches Instrument der Allgemeinmedizin.

Als Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin
(kurz: TCM) wird sie gemeinsam mit der Kräutertherapie,  der
Ernährungslehre und als vierter Säule, die alle sonstigen Methoden
umfasst, die zur Heilung beitragen, wie Massagen, Tuina, Tai Qi z. B.,
angewendet.

Zum Einsatz kommt sie in der Präventivmedizin, aber auch bei
Chronischen Erkrankungen oder bei als unheilbar geltenden Erkrankungen.

Ein Extrabereich der Akupunktur ist die Anwendung als Betäubungsmittel
bei Operationen, was nur von sehr bewanderten Spezialisten angewendet
wird.

Wie wurde die Akupunktur im Westen bekannt?

Im Westen wurde die Akupunktur
vor allem durch die Schmerztherapie bekannt. Einzelne Punkte mit
Wirkungen auf bestimmte Organe wurden angewendet. Auf diese Weise hielt
die Akupunktur Einzug in die westliche Medizin.

Etwas weit Wichtigeres blieb jedoch aussen vor. Die Betrachtung des
Menschen in der TCM. Der Mensch, der als Einheit von Körper, Geist und
Seele verstanden wird, kann nicht nur als erkranktes Organ betrachtet
werden. 

Wie wird der Mensch behandelt?

Es wird der Mensch behandelt und nicht die Krankheit.

Erkrankt ein
Mensch versucht der Therapeut ein Disharmonie-Model zu erkennen, bei
dem das Zusammenspiel der Symptome zur Wurzel des eigentlichen
energetischen Ungleichgewichtes führt.

Diese Energie, auch Qi
genannt, fliesst durch so genannte Meridiane und manifestiert sich auf
verschiedene Weise. Sie kann blockiert oder geschwächt sein.

Wie wird in der TCM eine Diagnose (Anamnese) erstellt? 

So ist die  Anamnese  eine Spurensuche des Ganzen. Symptome wie
Mundtrockenheit, Augenjucken sind bereits Wegweiser zu bestimmten
Disharmoniemustern.

So können Augen- oder Muskelschmerzen auf ein
Leberleiden hindeuten, Knieschmerzen auf eine Nierenerkrankung.

Wichtig ist es, den Menschen in seiner Ganzheit und in seinem Umfeld zu
sehen. Drei Medizinsysteme der TCM  helfen ein Muster zu entdecken und
es dann entsprechend zu behandeln.

Hier kommt die Akupunktur zum Zuge, die dem Patienten baldige Linderung
bringt. Zusammen mit Kräutern, gesunder Ernährung und manchmal auch
einer Umstellung von Lebensgewohnheiten, findet der Patient in seine
Harmonie zurück.

Akupunktur, Philosophie oder Behandlungsart?

Akupunktur ist ein Teil der TCM, die nicht ohne deren Betrachtungsweise
und Philosophie angewendet werden sollte.

Obgleich die Akupunktur im
Westen oft ohne diese Betrachtung angewendet wird, zeigt sie Erfolge.

Doch es liegt auch die Gefahr, dass Krankheiten nicht an der Wurzel
behandelt werden oder wiederum aufgrund der fehlenden Betrachtung nur
ein Symptom behandelt wird.

Hier soll die westliche Medizin nicht kritisiert werden. Nur sollte man bedenken, dass man die Akupunktur nicht isoliert sehen darf und anwenden sollte.

Und wer sich damit befasst, sollte die Gelegenheit nutzen, Dinge
vielleicht mal etwas „östlicher zu betrachten“, den Blickwinkel zu
ändern, das kuriert  manchmal auch schon etwas.