Muskeln, das verkannte Talent

Räumen wir doch einmal mit den Vorurteilen auf, dass Muskeln am Bizeps, die Hirnmasse im Kopf ersetzen. Warum sind Muskeln nicht nur für das Aussehen gut sind? Das Bewegung nicht nur notwendig sondern auch gesund ist, darüber sind sich viele einig.

Das Muskeln ebenfalls einen positiven Einfluss auf den menschlichen Organismus haben, bliebt bisher trotzdem auf der Strecke.

Warum lohnt es sich, seine Muskeln zu trainieren?

Das Kopenhagener Forschungszentrum ist führend, wenn es um die Erforschung der menschlichen Muskulatur geht.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Muskeln 50 verschiedene Substanzen ausschütten, die den menschlichen Stoffwechsel in Schwung bringen.

Wie regen Muskeln den Stoffwechsel an?

Muskelfasern benötigen Energie. Wer viele Muskeln hat, braucht auch ein bestimmtes Quantum an Energie, sprich an Nahrung.

Das ist auch der Grund, warum heute Krafttraining auch für Diäten empfohlen wird.

Umdenken in der Sportmedizin

Die neuen Erkenntnisse über die Wirkungsbreite der Muskeln haben zu einem Umdenken geführt. Herzkranken ein Krafttraining zu verordnen, wäre früher als Behandlungsfehler betrachtet worden.

Heute weiss man, dass Muskeltraining bei leichtem Bluthochdruck ebenso gut hilft wie ein Medikament, auch weil neue Blutgefässe entstehen.

Bei schweren Fällen verbessert Muskeltraining die Funktion des Herz- und Kreislaufsystems.

Stramme Muskeln straffe Haut

Wer Muskeltraining aus ästhetischen Gründen betreibt, tut gut daran. Durch die Zugbelastung der Bindegewebezellen wird ein Signal ausgeschüttet, dass die Kollagenproduktion anregt.

Sehnen werden durch das langkettige Eiweiss gestärkt und die Haut gestrafft.

Ebenso vermehrt sich die Anzahl der Stammzellen im Muskel, was zu einer Verjüngung des Gewebes führt.

Das Geheimnis der Muskeln

Muskeln schütten den Botenstoff namens Interleukin-6 aus. Er und seine nahen Verwandten sind die Stoffe, die vermutlich für die vielen positiven Wirkungen des Sports und der Kraftübungen verantwortlich sind.

Es heisst, dass diese Botenstoffe sogar Fettstoffe zum Schmelzen bringen. Je grösser der Muskel, desto dünner die darüber liegende Fettschicht.

Die lokal wirkenden Botenstoffe wirken zusätzlich entzündungshemmend.

Damit bestätigen sie die These, dass Sport das Immunsystem stärkt. Die trainierten Zellen reagieren zudem besser auf Insulin, das den Blutzuckerspiegel senkt.

Das aktive Gewebe besserte sich merklich. Muskeltraining dient als Vorbeugung vor Altersdiabetes.

Wo Muskeln, da auch Köpfchen

Zuletzt räumen die Erkenntnisse der Forscher auch mit dem Vorurteil auf, dass Muskeln oft die Hirnmasse ersetzen.

Durch die Kontraktion der Muskeln wird BDNF, ein Protein, ausgeschüttet, was auch im Gehirn produziert wird. Es regt Nervenzellen zum Wachstum an und gelangt bei Ausdauerleistungen ins Blut.

Eine Studie bestätigte, dass die Hirnaktivität auch im Alter bei Trainierten höher ist und sich mit 30 Jährigen vergleichen lässt.

Es senkt das Risiko an Alzheimer zu erkranken. Gleichzeitig hebt Muskeltraining auch die Stimmung.

Welche Rolle spielen die Gene?

Wie kräftig oder schmächtig ein Mensch ist, das entscheiden die Gene. Unklar ist noch die genaue Rolle der Gene in Bezug auf die Muskulatur.

Sicher ist, dass der eine von der Muskulatur begünstigt ist und ihm der Muskelaufbau leichter fällt, andere müssen mehr dazu tun.

Für die Gesundheit ist entscheidend, sie zu bewegen.