Sind Kinder Feinschmecker?

Wie können Sie Ihr Kind gesund ernähren? Möchten Sie wissen, wie Sie den Geschmackssinn Ihrer Kinder trainieren?

Auch bei Kinder lässt sich nun einmal über Geschmack nicht streiten. Was von den Eltern geschätzt wird, wird vom Nachwuchs vielleicht abgelehnt. Warum ist das so?

Wann oder wie entstehen Abneigungen und Vorlieben beim Essen?

Bereits Babies schmecken und können von Anfang an die verschiedenen Geschmackseindrücke unterscheiden.

Das Geschmacksrepertoire bei Kindern entwickelt, bzw. entfaltet sich während der ersten sechs bis sieben Lebensjahre.

Fünf Geschmackseindrücke werden heute von Ernährungswissenschaftlern unterschieden: sauer, bitter, salzig, süss und umami.

Umami, ein japanisches Wort, bezeichnet einen deftigen und herzhaften Geschmack.

Welchen Geschmack mögen Babies und Kinder?

Schon Babies sind sich einig, dass Süsses am Besten schmeckt und bitteres eklig ist.

Doch die Reaktionen machen Sinn, denn süsser Geschmack kennzeichnet ungefährliche Kohlenhydratquellen.

Giftiges ist häufig durch ein bitteres Aroma gekennzeichnet.

Das bittere Nahrungsmittel also auch gut schmecken können, ist ein Lernprozess.

Auch saure Aromen sind wenig beliebt bei Babies, ein milder salziger Geschmack wie auch umami dagegen, kommen wiederum gut bei Kleinkindern, aber nicht bei Säuglingen an.

Das hat auch wieder seinen Sinn, denn Salz kann den unausgereiften Nieren und damit dem Wasserhaushalt der Babys Probleme bereiten.

Der Geschmack von Babies hat also mit einem ausgeklügeltem Überlebensprogramm zu tun.

Kennen Sie das ausgeklügelte Überlebensprogramm Ihres Kindes?

Entwicklungsbiologisch geht es beim Schmecken um etwas ganz anderes.

Durch das Schmecken sollen die Verträglichkeit der Nahrung und die Qualität geprüft werden.

Besonders während des Wachstums ist das für Kinder so wichtig und nur so kann der Körper gesund bleiben.

Kinder sind also wahre Meister, wenn es um den Geschmacks-Check geht. Sie haben äusserst feine Geschmacksnerven und jeder Gourmet müsste sie dafür eigentlich beneiden.

Sie setzen ihre Geschmacksnerven nach einem äusserst einfachen Prinzip ein: „Was der Bauer nicht kennt, dass isst er nicht“.

Vielen Eltern dürfte dies bekannt sein. Doch bei dieser klugen Strategie geht es um Vorsicht, denn bei unbekannten Lebensmitteln wissen sie nicht, wie bekömmlich sie sind.

Dafür können Kinder fünf Tage hintereinander genussvoll Spaghetti verzehren, schliesslich sind sie damit die voran gegangenen Tage gut gefahren.

Was können Eltern tun, damit Kinder die Geschmacksvielfalt kennenlernen?

Als Erwachsener wissen wir, was bekömmlich ist und möchten unseren Kindern die Vielfalt der gesunden Nahrungsmittel näher bringen, auch wenn sie sauer, bitter oder salzig schmecken.

Das fordert Geduld, denn die Geschmacksvorlieben prägen sich nicht von einem auf den anderen Tag aus.

Studien zeigen, dass Kinder Nahrungsmittel bis zu zehnmal testen müssen, bis sie sich eine Meinung darüber gebildet haben.

Gut zu wissen ist auch, dass Vorlieben für bestimmte Speisen zwar auf Gewohnheit beruhen aber eben nicht nur.

Hinzu kommen genetisch angelegte Unterschiede.

Sind Vorlieben und Abneigungen von Speisen wandelbar?

Die Fähigkeit zu schmecken nimmt mit zunehmendem Alter ab. Vorlieben und Abneigungen sind also veränderungsfähig.

Eltern sollten ihren Kindern deshalb gesunde Speisen immer wieder anbieten, jedoch nichts erzwingen.