Lebkuchen, die würzigen Plätzchen

Nein, mit Plätzchen haben Lebkuchen wirklich nichts zu tun. Was sind Lebkuchen?
Ein erstes Rezept findet sich bereits im 16. Jahrhundert, in dem die Zutaten für die Lebkuchen erwähnt wurden.


Damals nahm man zu einem Pfund Zucker eine Handvoll Mehl und die morgenländischen Gewürze wie Zimt, Kardamom, Muskat, Ingwer und Pfeffer, die einen Lebkuchen erst zu einem Lebkuchen machen und ihn aufgrund von Zutaten und Zubereitung von jedem herkömmlichen Plätzchen unterscheidet. Auch wurde statt Butter Honig verwendet.

Im Mittelalter waren Lebkuchen nur dem Adel und den reichen Kaufmannsfamilien vorbehalten. Das einfache Volk konnte sich, die aus den wertvollen, exotischen Gewürzen zubereiteten Lebkuchen nicht leisten.

Allein das Gewürz Pfeffer wurde wie Gold gehandelt und oftmals auch als Zahlungsmittel verwendet. Zimt gab es nur in kleinen Mengen und wurde sorgsam gehütet. Auch die anderen Gewürze waren etwas Besonderes.

Sind Lebkuchen Rezepte gut gehütete Geheimnisse?

Damals wie heute hüteten die Lebkuchenbäcker ihre Rezepte wie grosse Geheimnisse. Neben den einzelnen Mengen der Gewürze waren die Mengenverhältnisse und die Ruhezeiten der Lebkuchenmasse von Relevanz.

Auch heute noch wird vor allem in Nürnberg, der Stadt der Lebkuchen, die Lebkuchentradition mit all ihren Rezepten und Geheimnissen gepflegt.

Rund um den traditionellen Lebkuchen entstehen aber immer mehr Teigwaren, Plätzchen und selbst Lebkuchen-Pasta, denen man Gewürze zufügt, die an die Lebkuchen erinnert, damit man nicht bis Weihnachten warten muss.

Denn in der kalten Jahreszeit zu einem würzigen Glühwein oder Punsch schmecken die Lebkuchen ja bekanntlich am Besten.

Im Sommer beginnt, wie jedes Jahr die Lebkuchenproduktion wieder, damit man im Winter die herzhaften und frischen Lebkuchen geniessen kann.