Wie stressig ist unsere Freizeit?

Ist Fernsehen der erneute Spitzenreiter in der Freizeitgestaltung? Was macht uns Stress in der Freizeit? Oder wird die Freizeit bereits zum Stress?

Die deutsche Studie „Freizeit-Monitor 2015“ ist zwar nicht mehr ganz frisch, dürfte an Aktualität aber nicht verloren haben. Lt. dem Studienleiter fühlten sich die Menschen gehetzter, angespannter und genervter.

Ausschlafen – das war einmal!

Eine wichtige Ursache ist, dass viele Menschen in ihrer Freizeit ein regelrechtes Programm abarbeiten, das immer umfangreicher wird. Es setzt sich aus privaten Verpflichtungen zusammen sowie dem Ausnutzen des Freizeitangebots. Im Vergleich zur vorangegangenen Umfrage hat sich das Angebot an Sportarten verfünffacht.

Der wahre Stressverursacher ist bei vielen eine Unruhe, das etwas Neues passieren müsse. Alles mitmachen! Dabei dauert eine Freizeitaktivität heute kaum länger als zwei Stunden. Das zieht sich über den Restaurantbesuch  hin bis zum Fernsehfilm. Dann braucht es einen neuen Reiz.

Zudem wird jede freie Minute genutzt und zum Handy gegriffen, ob im Bus oder in der Warteschlange.

Auf Kosten von wem?

Der Freizeitstress geht auf das, was einst als entspannende Freizeit bezeichnet wurde. Zeit zu haben um gemeinsam zu shoppen und gemütlich einen Kaffee zu trinken, Zeit um sie mit Freunden oder der eigenen Familie zu verbringen.

Es ist zugleich erschreckend, dass viele Eltern mehr Zeit online statt mit den eigenen Kindern verbringen. Erschreckend ist zugleich, dass Fernsehen bei vielen Befragten an erster Stelle rangiert und bei jungen Erwachsenen sich persönliche Kontakte nicht unter den Top Ten ihrer Freizeitaktivitäten finden.

Überall dabei

Konkret befragt fühlen sich besonders Jüngere getrieben überall dabei zu sein. Persönliche Kontakte kosten zu viel Zeit und selbst Telefonieren mit dem Handy soll zu lange dauern.

Es geht darum Zeit zu sparen um viel, am besten gleichzeitig tun zu können. Kein Wunder, wenn die Freizeit zum Stress wird, wenn mehr Freizeitangebote gebucht als genutzt werden, wenn sich ungehörte Musik und ungelesene Bücher stapeln.

Bleibt nur zu hoffen, dass bald ein neuer Trend kommt wie sich öfter mal ausklinken – mal etwas verpassen – und mal wieder ausschlafen.