Burnout und Neuronen Teil 1

Was haben Neuronen mit dem Burnout-Syndrom zu tun? Immer klarer zeigen Forschungen auf,  dass der Mensch nicht nur auf seine Gehirnfunktionen reduziert werden darf.

Es ist ein Irrtum zu denken, dass Denken und Verhalten  eine reine Konstruktion unseres Gehirns sei.

Könnte es nicht auch umgekehrt sein?

Die Bedeutung der sozialen Lebensweise des Menschen (mit seinem Gehirn) wird unterschätzt.

Der Mensch ist als ganzheitliche und individuelle Persönlichkeit entstanden um eigenverantwortlich zu denken und zu handeln.

Unser Leben findet innerhalb eines Gefüges von zwischenmenschlichen Beziehungen statt, in Ehe und Familie, am Arbeitsplatz oder in Gemeinschaften, in der Gesellschaft und in der ganzen Welt.
Wir leben in zwischenmenschlichen Beziehungen und das ist für unser Gehirn entscheidend, denn ohne diese könnte unser Gehirn gar nicht funktionieren.

Das Zusammenleben macht das Gehirn zu dem, was es ist: Gedächtnis, Erinnerung, Erfahrung.

Unsere Umwelt-Erfahrungen formen unsere Gehirn-Strukturen?

Neue Entdeckungen in der neurobiologischen Forschung belegen dies.

Zwischenmenschliche Beziehungserfahrungen formen neuronale (nervliche) Strukturen unseres Gehirns und legen Reaktionsmuster des Gesamtorganismus fest.

Das genetische Programm stellt nur die anatomischen Gehirnteile bereit. Es sind dann die Erfahrungen des Kindes, welche die Feinregulierungen der Nervenverbindungen bestimmen, wovon die Funktionsweise des Gehirns abhängt.

Diese Regulierungen bis ins Feinste durch Erfahrungen, die wir in der Umwelt machen, gehen auch im Erwachsenenalter weiter.

Unser Gehirn besitzt  spezialisierte Systeme, die auf Beziehungsaufnahme und -gestaltung angelegt sind, die Spiegel-Neuronen (Spiegel-Nervenzellen).
Zwischenmenschliche Beziehungserfahrungen und das, was sie an Emotionen und an Lernerfahrungen mit sich bringen, werden in Nervenzell-Netzwerken des Gehirns gespeichert.

Geistige Tätigkeit, Gefühle und Erlebnisse in zwischenmenschlichen Beziehungen hinterlassen im Gehirn biologische Spuren und Veränderungen.

Die „Landschaften“ im Gehirn verändern sich stetig, weil Ereignisse, Erlebnisse und Lebensstile die Aktivität von Genen steuern und im Gehirn Strukturen verändern.

Was haben unsere Gene damit zu tun?

Unsere Gene steuern nicht nur, sie werden auch gesteuert.

Wir sind nicht wie Computer, die auf eine starr festgelegte Weise funktionieren und so unser ganzes Leben lang programmiert bleiben.

Gene unterliegen Einflüssen, die ihre Aktivität regulieren.

Und da hat unsere Lebensgeschichte mit ihren Beziehungserfahrungen einen wesentlichen Anteil.

Gene oder Umwelt, beides funktioniert nur gemeinsam.

Das bedeutet aber auch, dass wir durch die Gestaltung unserer Beziehungen entscheidend daran mitwirken, was sich biologisch in uns abspielt und wie wir unsere Gesundheit beeinflussen können.

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